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Neuanfang

Neuanfang
02.01.2018
Ich liebe den Januar! Noch hat das Leben, nach der weihnachtlichen Verschnaufpause, nicht ganz die Geschwindigkeit aufgenommen, die es den Rest des Jahres hat. Ein wenig Ruhe hält noch an. Und so ist mein Kopf frei und ich spüre den Optimismus den der Jahreswechsel mit sich bringt.

Für mich steht der Januar ganz im Zeichen von frischem Wind, Chancen und Möglichkeiten, dem Zurücklassen von Altem, nicht mehr Benötigtem – für Neuanfang! Viele von Euch kennen das sicherlich auch: in dieser Zeit beginnt das erste Jucken nach einem ordentlichen Frühjahrsputz. Okay, auf Putzen steh ich nicht. Aber auf Aufräumen und vor allen Dingen auf Ausmisten!

Das Ausmisten finde ich unglaublich befreiend. Mich von Dingen zu lösen, die gar nicht mehr wichtig sind, gibt mir den Freiraum mich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren. All die Dinge eben, die mir tatsächlich noch echte Freude machen. Für alles andere möchte ich keinen Platz in meinem Leben vorhalten. Den Kindern ist noch nicht bewusst, dass es ihnen im Grunde genauso geht. Das klingt jetzt erst mal paradox, denn die meisten Kinder sehen sogar einen Wert in einem Stück Kaugummipapier. In ihren Augen hat alles irgendwie Potential. Dennoch beobachte ich es immer wieder: je mehr Dinge sich im Kinderzimmer über das Jahr verteilt, dank diverser Schenkanlässe, anhäufen, desto schlechter spielen sie. Sie sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht. Das Zimmer ist zu voll. Die Optionen, die sie haben, sind zu viele. Ein Kind erschlägt sowas.

Und so nutze ich gerne den Januar um rotzfrech bei den Kindern auszumisten. Ich habe gelernt, dass ich die Kinder dabei zunächst einmal nicht involviere. Ja, so manche Mutter wird nun entsetzt sein. Aber gemeinsam ausmisten, mit Konsens bei jedem Teil das weg soll, ist utopisch. Wie schon erwähnt, sieht ein Kind in allem Potential. Und bei einer solchen Menge an Teilen die es zu beurteilen gibt, sind das auch eine ganze Menge Entscheidungen, die einem Kind da abverlangt werden. Das löst einen enormen Druck aus, ganz zu schweigen von Verlustängsten und Stress. Denn Diskussionen sind da vorprogrammiert. Nein, ich miste nicht mit meinen Kindern gemeinsam aus. Was ich aber mache, ist alles in eine Kiste zu packen und diese in die hinterste Ecke meines Kellers zu schieben. Und dann warte ich ab. Wenn meine Kinder etwas vermissen, dann sagen sie mir Bescheid. Ich hole das zu Unrecht entsorgte Teil dann wieder aus dem Keller und alles ist gut. So weiß ich auch, dass es meinem Kind wirklich etwas bedeutet. Und soll ich Euch mal was sagen? Ich musste noch NIE etwas aus dem Keller zurückholen! Ja, Kinder sind zufrieden mit dem was sie vor der Nase haben. Diese Erkenntnis sollte zum Nachdenken anregen.

Schmerzlich wird es für mich persönlich aber bei den Büchern. Ich liebe Kinderbücher und trenne meine Kinder nur ungern von ihnen. Aber dennoch muss ich immer mal wieder einsehen, dass sie wieder eine Reihe Titel ausgewachsen haben. Schön ist es dann aber, Bücher, und auch Spielsachen die ihre Schonfrist im Keller abgesessen haben, an wohltätige Flohmärkte oder die Kita zu spenden. Ein zweites Leben für unsere Freudenbringer.

Ich kann es jedem nur empfehlen: macht Euch (und Eure Kinderzimmer) frei und schafft Platz für Neues, für frischen Wind, für Chancen und Möglichkeiten. Dabei wünsche ich Euch viel Freude und Optimismus.

Alles Gute für das neue Jahr wünscht Euch
Jessie
Vom Eins mit Sternchen Redaktionsteam


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