* Assistent

Weihnachtsmann oder Christkind

„Morgen kommt der Weihnachtsmann…“ klingt ein altes Kinderlied. Oder kommt das Christkind „drauß vom Walde“ her und sagt uns „es weihnachtet sehr“? Ja, wer besucht uns eigentlich an Heiligabend und bringt die Geschenke?

Spätestens mit Eintritt in den Kindergarten wird die Weihnachtswirklichkeit in Ihrer Familie gehörig durcheinandergewirbelt. Neben den klassischen Geschenkeboten, wie Weihnachtsmann und Christkind, hört man dort auch schon die Erkenntnis: „Mama und Papa bringen die Geschenke.“

Das wirft so manche Fragen auf…

Als erstes gilt: Nicht erschüttern lassen. Es gibt hundert Arten Weihnachten zu feiern und jede davon hat etwas Besonderes, etwas Einmaliges. Weihnachtsrituale entwickeln sich von Familie zu Familie verschieden und haben oft eine lange Tradition. Sie als Eltern bringen Erinnerungen aus Ihrer Kindheit mit und aus diesen gemeinsamen Erfahrungen gestalten Sie mit Ihren Kindern Ihre eigene Weihnachtswirklichkeit. Und das ist gut so.

Wie soll man nun umgehen mit dem kleinen Zweifler, der da vor einem steht und gehört hat, dass es ganz anders sein soll?

Wir empfehlen: Behalten Sie Ihre Traditionen und schaffen Sie für Ihr Kind ein magisches Fest, solange es geht. Lassen Sie sich, am besten schon bevor die Frage kommt, kreative Erklärungen einfallen, warum bei Lisa der Weihnachtsmann kommt, während Sie vom Christkind besucht werden. Das Christkind hat ja zum Beispiel auch echt viel zu tun und hat sich eben Unterstützung geholt. Und wenn Paul wirklich seine Eltern beim Geschenke verstecken beobachtet hat, dann hat vielleicht sein Vater eine Rentierallergie oder der Weihnachtsmann hatte einen Schnupfen und daher haben die Eltern sich selbst gekümmert. Die Erklärungen dürfen ruhig so richtig bunt sein, solange Sie dabei absolut Ernst und überzeugend bleiben.

© Yeko Photo Studio / Fotolia

Sie sollten aber auch langsam beginnen Ihr Kind auf die nahende Erkenntnis vorzubereiten, und erklären, dass ja nicht ausschließlich der Weihnachtsmann oder das Christkind die Geschenke bringen, sondern auch die Menschen sich gegenseitig beschenken. So hat man eben die Großzügigkeit unserer Weihnachtsboten zum Anlass genommen, es ihnen gleich zu tun und einander zum Weihnachtsfest eine Freude zu bereiten. Auf diese Weise droht nicht die große Enttäuschung. Vielmehr wächst ihr Kind ganz allmählich in den Gedanken hinein, dass das es Freude macht seine Lieben zu beschenken, Zeit mit ihnen zu verbringen und gemeinsame Traditionen zu genießen.

Bis es soweit ist, hilft es den Kindern aber durchaus Nächstenliebe und Großzügigkeit in einem fiktiven Weihnachtboten zu manifestieren. Im Kindergartenalter entwickelt sich ein erstes Verständnis für Fantasie und Realität. Das Wissen um das Fiktive macht das Reale begreifbarer. Diese Entwicklungsphase wird auch die „magischen Jahre“ genannt. Weihnachtsmann und Christkind unterstützen unsere Kinder also dabei die Werte, auf die wir uns zu Weihnachten besinnen, überhaupt erst richtig zu begreifen.

Früher oder später wird aber jedem Kind einmal klar: Die Geschenke kommen auf ganz irdische Art und Weise. Dadurch muss nicht unbedingt die Weihnachtsmagie einbüßen. Ist ihr Kind behutsam darauf vorbereitet worden, wird es vielmehr mit Freude und Stolz in die Fußstapfen von Weihnachtsmann oder Christkind treten und Ihnen ein aufmerksames Geschenk machen. Und bis dahin wird sich Weihnachten für Ihr Kind auch viel mehr um die lieb gewonnenen familiären Traditionen zum Fest drehen, als um das Anhäufen von Geschenken.

Egal wer Sie an Heiligabend besuchen wird, wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie viel kribbelnde Vorfreude! Lassen Sie es sich gut gehen.

Social


Newsletter abonnieren

Abmeldung jederzeit möglich